Essen und Trinken
Der typische Wein am Ostufer ist der rote Bardolino – und der ist leider so bekannt, dass zuviel davon produziert wird (und nicht immer Gutes). Wer sich genauer informieren möchte, fährt die Strada del Vino entlang, besucht Kellereien, verkostet die besseren Tropfen und nimmt sich vielleicht einige Flaschen mit nach Hause. Auch feinere Weißweine gibt es in südöstlichen Teil, vor allem den Lugana, der bei Sirmione angebaut wird.
Am Westufer wird weniger Wein produziert. Wer es prickelnd liebt, wird hier nach Sekt Ausschau halten, der in der Franciacorta im Südwesten des Sees im Champagnerverfahren hergestellt wird.
Klassische Gerichte des südöstliche Ufers sind u. a. mit Ziegenkäse gefüllte Zuchiniblüten oder die regionaltypische Pastasorte „bigoli“, die manchmal in Entenbrühe gekocht werden. Im Westen findet man mehr Geflügel, so etwa Perlhuhnbrust (petto di faraona). Ein beliebtes primo sind „tortelli di zucca“, Teigtäschchen mit Kürbisfüllung.
Weder nach Genua noch nach Venedig ist es weit, und das heißt: Das Mittelmeer liegt praktisch vor der Tür und bestimmt den Speisezettel. Viel Gemüse wird zudem zubereitet, entweder vom Grill oder eingelegt als Vorspeise. Unverzichtbar die Tomate- wer diese hier im Salat, als „caprese“ (Tomaten, Mozzarella und Basilikum) oder in Pastasaucen genossen hat, wird nur noch ungern auf die roten Kugeln zurückgreifen, die er zu Hause im Supermarktregal findet.
Was die Kategorien der Restaurants anbelangt, finden Sie rund um den See so ziemlich alles, von der schnellen Pizza auf der Hand bis zu Gourmettempeln. Letztere versammeln sich vor allem um Saló und Gargnano. Die Unterschiede zeigen sich oft schon beim schlichten gemischtem Salat: In lieblosen Abfertigungsschuppen wird er aus (billigem) Eisbergsalat, geraspelten Möhren und womöglich Mais aus der Dose bestehen. In guten Lokalen hingegen sieht er aus und schmeckt wie Blatt für Blatt frisch aus dem Garten gepflückt. Immer werden Sie den Salat ohne Dressing serviert bekommen. Haben Sie Glück, werden lokales Olivenöl in Originalflaschen und „aceto balsamico“ serviert, und der Ober kommt mit einer Pfeffermühle.
Bei den Desserts sind der Kalorienzahl keine Grenzen gesetzt. Wenn es mal leichter sein soll, bestellen Sie eine „macedonia“, einen Obstsalat aus frischen Früchten, oder fragen schlicht nach „frutta fresca“, frischem Obst: Derart leckere fruchtsüße Aprikosen und Pfirsiche, Nektarinen und Pflaumen bekommen Sie zu Hause nur selten.
In der Hauptsaison und grundsätzlich bei etwas teureren Lokalen gilt als dringende Empfehlung: Reservieren!
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