Wer Pizza für
ein typisch italienisches Gericht hält, kommt am Gardasee auf seine
Kosten - auch wenn er sich dabei irrt. Eine typisch italienische Küche
im eigentlichen Sinn gibt es nicht:
Die italienische Küche ist eine
Küche der Regionen, und das macht sich auch am Gardasee
bemerkbar, denn der See hat drei Anrainerregionen: im Norden das Trentino, am Ostufer Venetien und im Westen die Lombardei.
Wenn sie in guten Lokalen essen, können Sie die Unterschiede der
jeweiligen Küche schmecken.
Gemeinsam dieser Küchenvielfalt ist, dass auf vielen Speisekarten Fischgerichte angeboten werden, die Sie probieren sollten.
Das
Trentino bietet die deftigste Küche,
schließlich ist es eine
Alpenregion: manche Gerichte sind für Sommerabende am See fast zu
schwer, beispielsweise bei einem Speck- oder Käseknödelgericht. Doch
das erinnert daran, dass man auch einmal im Winter an den
Gardasee fahren kann. Dann eignet sich die Küche des Gardasees um bei
kalten Temperaturen und fröstelnden Winden eine warme Mahlzeit zu
genießen. Weitere Pluspunkte eines Winteraufenthaltes: Im Dezember wird
an den Hängen des Monte Baldo die Trüffel (tartufo)
geerntet, eine Köstlichkeit!
Natürlich gibt es auch Pasta in allen
Variationen, gerne gegessen werden z. B. "tagliatelle con i funghi": Tagliatelle mit Pilzen,
vornehmlich mit Pfifferlingen. Auch wenn Reis weiter aus dem Süden
kommt, aus der Poebene, gibt es im Norden des Sees häufig Risotto; vor
allem mit Steinpilzen (porcini) wird er hier zubereitet. Als Beilage
unverzichtbar ist Polenta, ein recht mäßiger Brei aus Maisgrieß.
Der Bardolino ist der Klassiker unter den Weinen am Gardasee.
Der leichte Wein wird aus dem Weinbaugebiet der gleichnamigen Stadt
Bardoline und den dazugehörigen Orten des Ostufers gewonnen und ist
auch außerhalb Italiens ein sehr bekannter und beliebter Wein. Er
sollte stets jung getrunken werden.
Die kräftige Küche des Trentino verlangt nach ebensolchen kräftigen Weinen. Zwei vorzügliche, ausschließlich im Trentino gekelterte Rotweine sind "Teroldego" und "Marzemino".