Urlaub am Gardasee
Ähnliches gilt für den Wein: Kauften Urlauber vor 20 Jahren noch große, billige Korbflaschen, wird nun nach Qualität gefragt. Viele sind bereit, lieber etwas mehr zu investieren und dafür einen feinen Tropfen zu trinken (oder mit nach Hause zu bringen), anstatt ein paar Euro zu sparen und dafür das Geld für Kopfschmerztabletten ausgeben zu müssen. So erfreut sich die Strada del Vino im Hinterland von Bardolino großer Beliebtheit. Man fährt durch schöne Weinhügel, kehrt in Kellereien ein, verkostet, lässt sich beraten, lernt den Winzer kennen und so ein Stück echte Weinbaukultur des Gardasees.
Auch am anderen Ufer, von Gargnano in Richtung Norden, ist noch zu sehen, wie am Gardasee Geld verdient wurde, bevor die Touristen kamen: In Limone wurden Zitronen gehegt. Meistens reichten die kargen Einkünfte aus Landwirtschaft oder Fischerei nicht aus, die Familie zu ernähren. Im 19. Jh. wanderten viele Bewohner der Gardaseeorte aus, versuchten ihr Glück in Amerika. Noch in den Fünfzigerjahren des 20. Jhs. zogen die Menschen fort, um anderswo Arbeit zu finden, allerdings nicht mehr ganz so weit: Manch einer kam als Gastarbeiter nach Deutschland.
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